Das Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft des Landesbetriebs Wald und Holz NRW, welches den Staatsforst in Lohmar betreut, stellte dem Bauausschuss in Lohmar in dessen Sitzung am 20. Mai 2009 Planungen zur Errichtung eines FriedWaldes in Lohmar vor. Auch ein Vertreter der Firma FriedWald GmbH war zugegen und präsentierte das gemeinsame Konzept.

Waldführung in einem FriedWald (Foto: FriedWald/Patrick Pleul)
Die staatliche Forstbehörde und der private Betreiber schlagen eine Partnerschaft mit der Stadt Lohmar vor und beabsichtigen, eine ca. 63 ha große Fläche im Lohmarer Staatsforst hierfür auszuweisen. Sie läge (aus Siegburg kommend) etwa einen Kilometer vor Heide, links ab von der B56. Ein bereits bestehender Parkplatz könnte als Ausgangspunkt für Führungen und Beisetzungen genutzt werden. Da für die Urnenbeisetzungen nur Laubbäume in Frage kommen, blieben allerdings effektiv nur 32 ha der Fläche als Friedwald nutzbar. Den geplanten Mittelpunkt (und Ort der ersten möglichen Beisetzungen) des FriedWaldes in Lohmar kann man der Karte entnehmen (dort durch grünen Pfeil markiert). Die als FriedWald ausgewiesene Fläche wäre nach wie vor normal begehbar: Wandern, Spaziergänge, Joggen blieben weiterhin möglich und erwünscht.
Die organisatorische Aufteilung sähe wie folgt aus:
- Die Stadt Lohmar wäre Friedhofsträger und hätte die Aufsicht inne.
- Der staatliche Landesbetrieb Wald und Holz NRW würde als Waldbesitzer Führungen anbieten und Beisetzungen durchführen.
- Die private Firma FriedWald GmbH wäre für die Verwaltung, Öffentlichkeitsarbeit, Beantwortung von Anfragen und persönliche Betreuung zuständig.
Ich stehe dem Anliegen grundsätzlich positiv gegenüber und begrüße die Vielfalt der Bestattungsmöglichkeiten in Lohmar. Allerdings kann eine solche grundsätzliche Entscheidung nicht über die Köpfe der benachbarten Bürgerinnen und Bürger hinweg getroffen werden. Es gibt einen großen Informationsbedarf, um bestehende Vorurteile abzubauen und tatsächliche Probleme (wie die verkehrliche Anbindung) sachgerecht zu erörtern.
Auf Antrag der GRÜNEN Fraktion wurde die Beschlussfassung über die Errichtung eines FriedWaldes deshalb zunächst vertagt: Wir wollen erst mit den Anwohnerinnen und Anwohnern das Gespräch suchen und das Vorhaben der Öffentlichkeit vorstellen, bevor ein Standort beschlossen wird.
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Hallo, ich finde die Sache mit einem Friedwald in Lohmar gut, auch wenn die kath. Kirche gegen diese Bestattungen ist.
Ich meine auch: Man sollte Menschen die diese Bestattungsart wünschen, die Möglichkeit dazu geben.
Ein positives Beispiel der Friedwald GmbH ist in Bad Münstereifel zu finden. Die Natur wird völlig erhalten, die Bestattungen sind sehr individuell und sensibel gestaltet. Auch juristisch ist die Organisation sehr gut durchdacht.
Viele Naturfreunde würden einen Friedwald in der Lohmarer Umgebung begrüßen.
Ich habe an der angebotenen gemeinsamen Führung von staatlicher Forstverwaltung und FriedWald GmbH im Wald bei Heide teilgenommen. Dort wurde auch an einem Baum ein Beisetzungsplatz für eine Urne vorbereitet.
Die Führung hat bei mir den schon vorhandenen Eindruck einer würdevollen, naturnahen und individuellen Bestattungsform bestätigt. Ich kann mir deshalb sehr gut vorstellen, dass es – nicht bloß unter Naturfreunden – grundsätzliches Interesse für diese neue Möglichkeit der Beisetzung gibt.
Die künftige Mehrheit im Stadtrat wird die Frage nach einem FriedWald in Lohmar entscheiden. Leider haben sich erst wenige Parteien zu dem Thema festgelegt: Nur von der UWG Lohmar ist mir eine Ablehung des Vorhabens bekannt (http://www.uwglohmar.de/nein-zum-friedwald.html) – nach ihrem Absturz von drei auf ein Mandat im Stadtrat dürfte diese Meinung aber fast irrelevant sein. Wir müssen also erstmal weiter abwarten…